werktreffen 1997  

 
Mit dem Wandervogel D.B. in Peterweil

Teilnehmer: Lüden, Timo, Johan, Roger, Christopher, Chris, Tommy.

Der November überraschte uns mit goldenem Oktoberwetter, als wir uns zum Bahnhof aufmachten. Wir fuhren nach Okarben und von dort aus sollte es eigentlich nicht weit sein zum Pfadfindergelände "Lilienwald" des BdP. Unterwegs eröffneten wir und genau dort müssen wir wohl auch den Plan ver-loren haben. Wir landeten tief in der Pampa, es wurde dunkel und wir meinten schon, elend verhun-gern zu müssen, als wir einen Bauern trafen, der mit Flutlicht am Traktor das Feld pflügte. Er sagte uns den Weg und bald hatten wir das Gelände gefunden: Ein großes Haus und mehrere kleine Fachwerkhäuser und Blockhütten für kleine Gruppen. Wir bezogen nach dem Begrüßungsritual eine kleine Holzhütte und warteten auf das Abendessen. Danach wollten die Jungs zwar lieber Karten spielen, aber es wurde ein gemeinsamer Abend mit viel Gesang und einigen Fangspielen begonnen, der bis 23 Uhr dauerte. Danach war Zähneputzen und eine Führerbesprechung, die zeigte, daß der Wandervogel relativ unorganisiert ist. Als ich dann - durch eine fette Grippe angeschlagen - todmü-de ins Bett fiel, war es einigen Leuten nicht möglich, die Klappe zu halten. Dies führte dazu, daß Tommy, einer unserer Neulinge, plötzlich samt Schlafsack vor der Tür lag. Die Morgeneröffnung begann mit Volkstanz. Dann las Mischka vom Bockenheimer Wandervogel ei-ne Ballade vor, die keiner verstand. Nach dem Frühstück begannen die AG's. Bombillas aus Kokos-nüssen, Burgen, Weihnachtsschmuck und Perlenkrokodile wurden gebastelt, die meisten von uns bildeten aber die Schattenspiel-AG. Zuerst bauten wir einen Rahmen aus Holz, der mit einem Bett-tuch bespannt wurde. Dann sägte Timo die Standbeine ab. Es ging aber auch anders herum. Dann versuchten wir, das Ding ins Haus zu bekommen, was auch nicht so einfach war. Jetzt wurden Figu-ren gebastelt. Die Geschichte stand noch nicht fest. Das Drehbuch wechselte minütlich. Erst sollte es ein Dinosaurierkampfspektakel werden, dann der 2. Weltkrieg. Schließlich sponnen wir doch eine nette Geschichte zusammen und es wurden Prinzessin und König, Drachenmutter, Drachenbaby und natürlich ein Ritter gebastelt. Nach dem Mittagessen (Chinesische Nudelsuppe, Rotkraut, Kartoffelbrei und Frikadellen) und der Siesta hatte ich eine nette Runde "Oma-Jäger-Hase" vorbereitet. Um die Sache spannender zu ma-chen, spielten wir auf einem großen Gelände, das halb versumpft war. Es machte tierisch Spaß, aber leider fielen einige von uns dabei ins Moor und in den Bach. Die Klamotten stanken erbärmlich, sämt-liche Schuhe und Socken waren naß. Nach einem weiteren Fangspiel gab es nochmals AG-Zeit. Als ein paar Mädchen in unseren Übungs-raum kamen und die Jungs nichts besseres zu tun hatten, als Szenen aus ihrer pubertären Phanta-sie nachzuspielen, verzog ich mich. Nach dem Abendessen hatten wir also quasi nichts vorbereitet, und der gemeinsame Abend sollte bald beginnen. Erstaunlicherweise bekamen wir das Stück mit nur einer Probe super hin. Während des Abends gab es eine Festtafel aus den mitgebrachten Fressa-lien, ein Quiz, ein Theaterstück von den Rugiern (Mischka's Leute) und natürlich viel Gesang. Ich litt, weil ich keinen Ton herausbekam. Auch an diesem Abend wurde wieder spät geschlafen, diesmal in einem Raum im Haupthaus, weil es in unserer Holzhütte keine Heizung gab und wir uns was abge-froren hatten die Nacht zuvor. Sonntag früh, alle hatten Hunger, eröffneten wir wegen Regens drinnen. Und zwar mit einer geschla-genen Stunde Volkstanz! Da hat sich nur Timothée gefreut... Zu "eines Morgens ging ich" im ¾ Takt legte er 'nen flotten Walzer hin. Wir anderen schauten zu und hungerten. Das Aufräumen dauerte und am Spätnachmittag gingen wir zurück zum Bahnhof. Unterwegs wurden die Eltern angerufen, die uns seit 2 Stunden erwarteten. Dabei verpaßten wir fast noch die S-Bahn. Aber wir kamen alle glücklich wieder an.

lueden.